Konzertnacht in der Peterskirche

Bei einer meiner letzten Zugfahrten in Richtung Berlin, setzten sich eine Sopranistin und ein Tenor in mein Abteil. Die beiden unterhielten sich angeregt über ihr Handwerk und ich hörte interessiert zu. Es stellte sich heraus, das sie aus Russland stammte und er aus den Vereinigten Staaten. Beide singen nun im MDR Rundfunkchor und gaben mir den Tipp, dass man den Chor am 19.2. um 22 Uhr in der Peterskirche in Leipzig kostenlos erleben kann.
Leider blieb die in mir geweckte Begeisterung auf mich beschränkt und so war ich ohne Juliane bei dieser Veranstalltung.

Ich muss dazu sagen, dass ich zum ersten Mal in der Leipziger Peterskirche war. Auf mich wirkte das Kircheninnere sehr mittelalterlich auch wenn die im neugothischen Stil errichtete Kirche erst 120 Jahre alt ist.

Dazu sehr passend, ließ der Chor an diesem Abend Auszüge von Arvo Pärts Kanon Pokajanen erklingen. Im sehr informativen kostenlosen Programmheft konnte ich nachlesen, dass dies ein Auftragswerk war und im Kölner Dom zur 750-Jahrfeier (1998) uraufgeführt wurde.
Ich persönlich würde den klanglichen Eindruck (laienhaft kurz) als eine positive Harmonie zwischen Don Kosken und Era beschreiben.

Abschließendes Fazit: Sehr beeindruckend!

Heldenstadtbewohner unterwegs in Halle

An einem Sonntag stehe ich nur dann gern zeitig auf, wenn entweder unsere Ziegenherde oder ein Frühstück mit Rührei auf mich wartet. Unsere Lieblinge besuchten wir schon am Sonnabend, also hatten wir am Sonntag Zeit für einen gemütlichen Brunch in Familienrunde. Anläßlich eines Geburtstages wurden wir ins mexikanische Restaurant „Espitas“ in der Nähe der halleschen Messe eingeladen. Natürlich reisten wir mit der S-Bahn an, und vom Haltepunkt Halle/Messe waren es dann nur noch wenige Minuten Fußweg zum Restaurant.

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Ich bin eigentlich kein besonders großer Fan der mexikanischen Küche, mein erster Eindruck vom Brunch war aber auf jeden Fall sehr gut: es gab Rührei, und das sogar ohne Schinken. Das angebotene Essen war sehr abwechslungsreich, auch für Vegetarier gab es genug Auswahl. Es war natürlich gut gewürzt, allerdings nicht zu scharf. Obwohl es sehr voll war, wurde das Buffett immer gut nachgefüllt.

Nach dem sehr schönen und sattmachenden Vormittag und Mittag besuchten wir noch das Beatles-Museum am Alten Markt in der Innenstadt. Dieses Museum wurde im April 2000 auf der Basis einer privaten Sammlung eröffnet und hat pro Jahr inzwischen ca.20000 Besucher. Das Besondere am Museum ist auch, das es sich komplett ohne staatliche Unterstützung finanziert, sondern nur durch den Eintritt und das Merchandising.

Auf drei Etagen gibt es einen sehr umfangreichen Überblick über die Geschichte der Beatles vom Anfang der Band bis zu den Solokarrieren der einzelnen Mitglieder.

Einen großen Anteil an der Ausstellung machen auch Fanartikel aus, die öfters natürlich kitschig, aber manchmal auch sehr niedlich sind, wie z.B. der singende Bär Paul.

Wer sich überhaupt nicht für die Beatles und Musikgeschichte interessiert, kann seine Zeit am 1000-Teile-Beatles-Puzzle verbringen.

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Wenn ich schon am Alten Markt in Halle bin, muß ich natürlich auch den Esel besuchen, diesmal jedoch wieder in der Originalversion.

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Hörbarer Stummfilm

Wir haben uns letzten Sonnabend den Stummfilm „South – Shackletons Todesfahrt zum Südpol“ angeschaut.
Heutigen Menschen sind Stummfilme sicher in aller Regel fremd und gelten als antiquiert. Welchen Aufand man aber schon in der Stummfilmzeit betrieb um Filme hörbar zu machen, wissen sicher nur die Wenigsten.
Im Grassimuseum in Leipzig hatten Juliane und ich die Gelegenheit, diesen Stummfilm so vorgeführt zu bekommen wie es diese unterschätzte Kunstform verdient – mit Begleitung auf einer Kinoorgel.
Die Kinoorgel im Leipzig ist das letzte funktionsfähig erhaltene Instrument seiner Art in Deutschland. Die Welte-Orgel wurde im Jahr 1929 für das Palasttheater in Erfurt erbaut und 2006 in Leipzig restauriert aufgebaut. Anders als eine Kirchenorgel kann diese auch Klangeffekte wie Wind und Regen oder auch Klänge anderer Instrumente hervorbringen. Der sogenannte Spieltisch des Organisten befindet sich im Zuschauerraum; das Pfeifenwerk ist für die Zuschauer verborgen hinter der Leinwand aufgebaut. Allen Gästen der Veranstaltung wurde nach dem Film die Gelegenheit gegeben das Pfeifenwerk zu besichtigen.
Vor Filmbeginn bekam das Publikum noch eine kurze Einweisung in die Geschichte von Shackletons Expedition und allgemeine Informationen zur Farbunterlegung des Films.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen wurden mit farbigen Folien unterlegt um Stimmungen besser zu verkörpern. Dabei standen zum Beispiel ‚blau‘ für Außen- oder Nachtaufnahmen und ‚gelb‘ für Kerzenschein.
Die Organistin des Abends war Maria Wolfsberger, die sichtlich Spass an der Orgel fand.
Der Eintritt kostete für Erwachsene 10 Euro und hat sich echt gelohnt.

Leipziger Januartradition Teil 1: Neujahrssingen

Das Neujahrssingen der Leipziger Gastronomen und Medienvertreter hat Tradition: es fand in diesem Jahr bereits zum 10. Mal statt. Trotzdem waren Alex und ich an diesem Sonnabend zum ersten Mal dabei. Worum geht es? Leipziger Gastronomen und Mediencrews singen auserwählte Pop-, Rock- und Schlager-Klassiker live auf der Bühne, unterstützt von einer Live-Band, wobei die Qualität der einzelnen Gesangseinlagen natürlich sehr unterschiedlich ist. Im Vordergrund steht dabei immer sowohl der Spaß an der Musik als auch die fantasievollen Kostüme. Normalerweise gibt es immer eine Veranstaltung, da diese um 21 Uhr allerdings in kürzester Zeit ausverkauft war, fand die eigentliche Premiere bereits um 17 Uhr statt, woran auch Alex und ich teilnahmen.

Auf der Bühne des Haus Leipzig in der Elsterstraße waren von den Gastronomen u.a. die Teams des Elsterartig, des Volkshauses, vom Piloten und vom Tonelli`s zu erleben, wobei letzterer mein absoluter Favorit war. Als Medienvertreter waren das Stadtmagazin Kreuzer, die LVZ und die Kippe vetreten. Von diesen hat mir der Sänger der Kippe mit seiner Version von Geier Sturzflugs „Bruttosozialprodukt“ am besten gefallen.

Mit den Einnahmeüberschüssen dieser Veranstaltungen werden jedes Jahr soziale Projekte unterstützt, in diesem Jahr kommt das Geld der Kippe und dem Leipziger Flüchtlingsrat zugute.

„Extrabreit“- Konzert- Hamburg Teil 3

Natürlich war es nicht ganz zufällig, daß wir Silvester in Hamburg verbracht haben. Das Abschlußkonzert der Weihnachtsblitztournee von „Extrabreit“ fand am 30.12.15 in der Hamburger Markthalle statt.

Nachdem ich die Breiten bereits 2008 bei einem Konzert im Kölner Blue Shell gehört habe, wollte ich sie unbedingt nochmal live erleben. Die 1000 Leute fassende Markthalle war so gut wie ausverkauft, das Publikum allerdings war fast ausnahmslos älter als Alex und ich. Extrabreit spielte ein umfangreiches Programm aus 35 Jahren Bandgeschichte, welche das breite Spektrum zwischen Deutschrock, Punk und Rock´n´Roll aufzeichnete. Leider war es oft so laut, daß die Liedtexte schwer zu verstehen waren, was aber der Stimmung nicht geschadet hat. Nach knapp zwei Stunden war Schluß, Extrabreit ließ sich aber noch zu drei Zugaben überreden. Beim anschließenden Warten auf die U-Bahn trafen wir noch auf andere Extrabreit-Fans und Konzertbesucher, die Wartezeit wurde dadurch sehr unterhaltsam.