Gastronomie trifft Presse: das Leipziger Neujahrssingen

Da habe ich doch über Wochen hinweg die Facebook-Seite des Neujahrssingens beobachtet, um den Vorverkaufsstart nicht zu verpassen, stand dann am Vorverkaufstag lange vor Öffnung bei Culton-Tickets vor der Tür, konnte 4 Eintrittskarten davon ergattern – und hab dann vom Konzert so gut wie nichts mitbekommen! Aber der Reihe nach:

Das Leipziger Neujahrssingen ist seit inzwischen 11 Jahren ein festes Ritual im Januar. Gastronomen und Pressevertreter präsentieren sich auf der Bühne vom „Haus Leipzig“ in der Elsterstraße und singen- mehr oder weniger gut- Hits der letzten Jahrzente. Im vergangenen Jahr waren auch Alex und ich zum ersten Mal als Gäste dabei. Die 1400 verfügbaren Tickets sind immer rasend schnell ausverkauft. Ich bekam aber trotzdem welche und freute mich auf einen schönen Konzertabend. Und weil dazu natürlich auch ein gutes Abendessen gehört, ging es vorher für uns thailändisch essen-wovon ich jedesmal Magenschmerzen bekomme.

Diese setzten dann auch pünktlich kurz vor 21 Uhr zum Konzertbeginn ein…

20170107_213003

Ein paar Songs der insgesamt 18 Interpreten hab ich aber trotzdem mitbekommen: meine Favoritin dabei war eindeutig die gebürtige Philippinerin Pavi für das Tonelli`s mit „Rolling in the deep“ von Adele und Robert Krauß vom Hundertwasser als Peter Cornelius mit „Du entschuldige – i kenn’ di“… bei diesem Hit aus meiner Kindheit störten mich auch die kleinen Texthänger nicht.

20170107_2152190Leider war aber die Kombination aus Stehplatz und Magenkrämpfen nicht gerade gut für mich und Alex und ich mußten nachhause fahren. Trotzdem freue ich mich schon auf das Konzert im nächsten Jahr, dann allerdings ohne thailändisches Essen.

Kann mir übrigens jemand ein gutes Leipziger Restaurant mit Sauerbraten auf der Karte empfehlen?

Oktobertipps: Museumsfest, Renntag, Designers´ Open

Update: „Mein“ Rennpferd Mount Juliet startet am 15.10.2016 bereits im dritten Rennen, dem „Preis der freiwilligen Feuerwehr Leipzig- Ost“. Dieses beginnt um 14.35 Uhr und er hat die Startnummer 5!

Es ist Herbst, nass und kalt draussen… eigentlich perfekt für gemütliche Wochenenden auf dem Sofa. Aber dafür haben wir die nächsten Monate noch genug Zeit und außerdem ist jetzt die perfekte Gelegenheit, all die Tücher und Schals zu tragen, die wir das ganze Jahr über gekauft haben. Möglichkeiten dafür gibt es an den nächsten Wochenende genug.

Museumsfest im Zeitgeschichtlichen Forum

Das ganze Wochenende wird im Rahmen des Lichtfestes in Leipzig der Friedlichen Revolution vor inzwischen 27 Jahren gedacht. Das „Zeitgeschichtliche Forum“ lädt dazu am Sonntag, dem 09.10. von 14- 19 Uhr zu seinem Museumsfest ein: dabei gibt es nicht nur ein Konzert mit Bettina Wegner und Karsten Troyke, sondern auch auch eine Mitmal-Aktion mit dem Comiczeichner Schwarwel, Erfinder des Schweinevogels. Für den Sonntagnachmittagskaffee wird eine Café- Lounge im Foyer aufgebaut. Weitere Infos gibt es hier, der Eintritt ist frei.

Internationaler Renntag im Scheibenholz

Sieben Galopprennen, dazu internationale Küche und Kultur gibt es am Sonnabend, dem 15.10.2016 ab 12 Uhr auf der Rennbahn Scheibenholz zu bewundern. Nach dem Genuß von amerikanischem Barbecue oder polnischen Piroggen heißt es dann: Hufe drücken für das Leipziger Rennpferd Mount Juliet, das im 7. und letzten Rennen des Tages startet. Tickets gibt es ab 7€ hier.

Designers‘ Open

Ein ganzes Wochenende Zeit für neues und innovatives Design ist vom 21. – 23.Oktober.

Zum bereits zwölften Mal finden die Designers‘ Open statt, diesmal aber in einer neuen Location, der frisch sanierten Kongreßhalle am Zoo. Auf sämtlichen Ebenen gibt es dort aktuelle Designtrends aus verschiedenen Bereichen wie z.B. Mode, Accessoires und Wohnen nicht nur zum Anschauen, sondern auch zu kaufen. Die jüngsten Besucher können auch selbst kreativ werden, denn in der Kids‘ Corner lädt der Buchkinder e.V. dazu ein, selber im Bereich Druckkunst zu experimentieren. Parallel zur Veranstaltung in der Kongreßhalle gibt es noch die Möglichkeit, Design dort zu erleben, wo es entsteht: in den vielen, über die ganze Stadt verteilten DO/ Spots. Tickets gib es ab 5,50€ hier.

Doch lieber Film-Abend?

Kein Problem! Der in Leipzig gedrehte Film „Herbert“, nach einem Drehbuch von Clemens Meyer, ist heute auf DVD* erschienen. Wer ihn im Kino leider verpasst hat, sollte ihn sich jetzt ansehen! Meine Filmkritik gibt es hier zum Nachlesen.

img_8847

*Die DVD wurde mir kostenlos vom MDR zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

Ruhrpottliebe

Seit Alex vor ein paar Jahren einige Zeit in Duisburg gearbeitet hat, hab ich mich ja schon so ein bißchen ins Ruhrgebiet verliebt. Auf den ersten Blick ziemlich grau und verfallen, wenn man aber genauer hinsieht, verbirgt sich dort viel Natur und Kultur, z.B. im jährlich stattfindenden Festival „Ruhrtriennale“. Zu unseren Duiburger Zeiten konnte ich schon dafür Karten ergattern, in den Jahren danach hatten wir leider nie Zeit für einen Besuch, bei 400 km Anreiseweg wollten wir dann schon ein Wochenende im Ruhrgebiet Zeit haben. Als ich dieses Jahr allerdings eine Presseakkreditierung bekam und mir daraufhin Tickets aussuchen durfte, war schnell klar: Ruhrgebiet wir kommen! Den genauen Zielort bestimmte der Spielplan: meine Wahl fiel auf Alain Platels Inszenierung „nicht schlafen“ mit der Musik Gustav Mahlers, und dieses Tanztheaterstück wurde nunmal in der Bochumer Jahrhunderthalle gezeigt.

Pläne für das Wochenende hatten wir viele: wir wollten nach Duisburg und Düsseldorf und in Bochum in den Tierpark, unser einziger Spaziergang am Sonnabend führte uns aber leider nur in die nahegelegene Apotheke. Beim Rückweg zum Hotel, der uns durch den schönen Stadtpark führte, kamen wir aber zumindest noch am Bismarckturm vorbei und die Störche des Tierparks stellten sich für ein Foto bereit.

Unser Hauptprogrammpunkt führte uns dann zur Jahrhunderthalle in Bochum, die mich sehr  an den Landschaftspark Nord in Duisburg erinnerte, bei beiden handelt es um ehemalige Industriegebäude.

Inszenierungen von Alain Platel hatte ich in Leipzig bei der Euroscene gesehen, da ich von denen beeindruckt war hatte ich mich für eine Inszenierung entschieden. „Nicht schlafen“ sollte  die Zeit in Europa um den 1. Weltkrieg herum zeigen- erfuhr ich aus der Einführung in das Stück vor der Veranstaltung. Erkannt hätte ich es nicht. Die Bewegungen haben für mich oft nicht zur Musik gepasst, durch zu viele Wiederholungen hat sich die Inszenierung auch sehr in die Länge gezogen. Das Bühnenbild bestand aus mehreren toten (nachgebildeten) Pferden, natürlich eine interessante Idee, auf die aber viel zu selten eingenagen wurde. Für mich war es die erste bewußte Begegnung mit der Musik von Mahler, die hat mir auch am Besten vom Abend gefallen.

Zum Abendessen zog es uns dann ins österreichische Restaurant „Franz Ferdinand“. Auswärtsschnitzel mal im Ruhrgebiet? Die Location hätten wir schon!

Die Rückfahrt am Sonntag führte uns natürlich noch bei unseren Ziegen vorbei, und schnell war ein schönes Wochenende vorbei.

Vielen Dank an die Ruhrtriennale für die Einladung!

Konzerte am Kanal: Die Winterreise

Mein Musikgeschmack ist ja ziemlich einfach: Lou Reed, Extrabreit und auch noch die Pet Shop Boys. Klassische Musik gehört eigentlich nicht dazu. Aber eine Ausnahme gibt es: „Die Winterreise“ von Franz Schubert mit den Texten von Wilhelm Müller. Auf CD hab ich mehrere Versionen davon, live habe ich es erst einmal gehört: Freitag vor einer Woche in der Philippuskirche.

IMG_8756Die Kirche und die angrenzenden Gebäude in Leipzig-Plagwitz werden seit 2002 schon nicht mehr als Gotteshaus genutzt, sondern vom Berufsbildungswerk Leipzig umgebaut. Entstehen soll dabei ein Integrationshotel, Restaurant mit Freisitz und ein für Veranstaltungen offener Kirchenraum.

Eine bereits seit 2014 stattfindende Veranstaltungsreihe sind dabei die „Konzerte am Kanal“, zu der auch die Aufführung der „Winterreise“ gehörte. Als ich 15 Minuten vor Beginn in der Kirche ankam, war sie schon gut gefüllt und sollte sich noch bis auf den letzten Platz füllen. Solist des Abends war der Bariton Daniel Ochoa, begleitet von Christian Peix am Klavier und dem Leipziger Vocalconsort. Auch wenn das Wetter noch nicht viel vom Herbst oder sogar Winter erahnen lässt, war es doch ein sehr stimmungsvolles Konzert, das meine Erwartungen nicht enttäuscht hat. Passend dazu war auch der Innenraum der Kirche wunderschön beleuchtet. Und noch nicht mal um eine Eintrittskarte mußte ich mich vorher kümmern, denn der Eintritt zu den jeweiligen Konzerten ist frei, nur um eine Spende wird nach Konzertende am Ausgang gebeten!

IMG_8758

Game Music Live

Man(n) ist schon ein Glückspilz, wenn die eigene Frau einen am Sonnabend mit Karten für’s Gewandhaus überrascht und auf den Tickets „Game Music Live“ steht. Wahrscheinlich wird jeder meiner Generation irgendwann einmal mit Computer- oder Viedeospielen in Berührung gekommen sein und jeder wird die Hintergrundmelodie des Lieblingsspiels mitsummen können.

Eine Auswahl der schönsten und populärsten Game Sounds wurde von der Nordböhmischen Philharmonie Teplice zusammen mit dem Universitätschor Augsburg unter der Leitung von Dirigent Franz Bader gespielt. Für viele Stücke wurde an diesem Abend das Ensemble um die junge Mezzosopranistin Franziska Bader erweitert.

Auch wenn der Eindruck des Abends nicht reproduzierbar bleibt, möchte ich für meine drei persönlichen Favoriten auf Youtube verweisen.

An dieser Stelle gilt noch mein ganz besonderer Dank den Betreibern von Retro Games, die uns die Karten kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

Ein Grund mehr für mich einmal persönlich in dem Laden in der Eisenbahnstraße vorbei zu schauen.