Uwe Steimle: Warum der Esel Martin heißt – Neues von Martin Luther

2017 ist ein Thema- ganz besonders hier in Mitteldeutschland- ständig präsent: das Reformationsjubiläum, der 500. Jahrestag des Thesenanschlags von Wittenberg.  Und Martin Luther? Der ist inzwischen überall präsent: im Film, als Panometer, auf Kaffeebechern und Spielkarten, als Puppe und auf T-Shirts. Etwas ist jedoch im Laufe der Zeit verlorengegangen: die restlichen 5 Thesen. Aber: sie sind wieder da! Gefunden von Uwe Steimle!

9783579086491_coverIn seinem neuen Buch „Warum der Esel Martin heißt“ ist Uwe Steimle unterwegs auf Martin Luthers Spuren, in Eisleben, Wittenberg und natürlich auch auf der Wartburg. Dabei lernt er Leute kennen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: z.B eine 95- jährige, noch aktive Tanzlehrerin, eine ehemalige Chemielaborantin, dank einer Umschulung jetzt Heilpraktikerin, oder auch den Maler Uwe Pfeifer aus Halle/Saale. Wie von selbst tauchen dabei die verlorengegangenen Thesen auf…

Uwe Steimles Buch ist in gewohnter Art unterhaltsam geschrieben, Interviews wechseln sich mit Fotos und Kurzgeschichten ab. Die 156 Seiten sind schnell durchgelesen, mir hat dafür ein Abend gereicht. Neue historische Erkenntnisse sind dabei natürlich nicht zu erwarten, ein kritischer Umgang mit Martin Luther erst recht nicht.

Leseempfehlung: für Fans von Eseln und Uwe Steimle

Preis: 16,99€

erschienen: am 18.11.2016 im Gütersloher Verlagshaus

erhältlich: online und im lokalen Buchhandel

Leseprobe: hier

Transparenzhinweis: Ich erhielt das Buch als kostenloses Rezensionsexemplar vom Verlag.

Buchtipp: „Steimles Welt“

Eigentlich war meine ganze Woche so richtig schön durchgeplant: Kunstkurs, Sportkurs, Vortrag bei der Bundesbank, euro-scene, schwimmen… Eigentlich, denn leider erwischte mich so eine richtig dicke Erkältung.

Wie gut, wenn dann ein Paket mit einem Buch ankommt, das ich mir gewünscht hab!

Während bei vielen Leuten die Fernsehzeit am Sonntagabend für Polizeiruf 110 oder Tatort reserviert ist, fällt meine erste Wahl oft auf meinen Heimatsender MDR. Vor einiger Zeit lief dort eine Reihe mit Uwe Steimle, „Steimles Welt“. Als Serie gefiel mir die Sendung natürlich sehr gut, allerdings hatte ich schon beim Ansehen öfters den Wunsch, Infos nachlesen zu können. Das ist nun möglich!

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Worum geht es? Mit einem alten Wartburg 312 ist er in Mitteldeutschland unterwegs, von Sonneberg bis Tangermünde, von Blankenburg im Harz bis Görlitz. Schwerpunkt liegt aber natürlich dabei auf Sachsen. Während er ausschließlich auf Nebenstraßen unterwegs ist, lernt er Personen und Orte kennen, die sonst leicht übersehen werden. Gleichzeitig ist es auch eine Reise in die Vergangenheit, z.B. zur Kindheitserinnerung Tangermünder Vierfruchtmarmelade, nur echt im Pappeimer oder zum Hohnsteiner Kasper, Bewohner in fast jedem DDR- Kinderzimmer.

Für diejenigen, die die Serie im Fernsehen gesehen haben, ist das Buch eher als Nachschlagewerk geeignet. Alle anderen können eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen, zu Orten, die so nah liegen, das ein Besuch problemlos möglich ist. Das Abfahren der Routen wird durch eine Karte auf der Innenseite des Schutzumschlages erleichtert.

Eine kleine Leseprobe gibt es hier. Das Buch ist für 19,99€ im Gütersloher Verlagshaus erschienen, mir wurde es kostenlos zur Verfügung gestellt. Es ist natürlich sowohl online als auch im stationären Buchhandel erhältlich.

Bock auf geilen Scheiss?

Genervt von allem? Abwechslung gefällig? Mal wieder Lust auf richtig geilen Scheiss? Dann nichts wie auf zum Zeitungskiosk, denn dort gibt es das Bockgagazin zu kaufen!

Was genau ist das?

Natürlich eine Zeitschrift- aber eine, die Themen behandelt, die in anderen Magazinen vollkommen zu Unrecht vergessen werden. Die politische Bedeutung von Einkaufswagenstaus zum Beispiel. Und eine Analyse davon, wie welcher Typ Mann mit den Hinterlassenschaften seines Hundes umgeht. Und ein Interview mit Karl Dall. Und Adolf der Depp darf natürlich auch nicht fehlen.

Lesen? Ich will lieber selbst aktiv werden!

Kein Problem! Neben einem Quiz zu unserer Kanzlerin gibt es auch ein Bastel-Dixie-Klo für den Schreibtisch und ein Ausmalbild.

Wieviel kostet das?

5€. Inklusive der Möglichkeit, einen Kasten Bier zu gewinnen.

Wie sieht das denn aus?

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Und wer ist dafür verantwortlich?

Ein Bock natürlich, Basilius Bock und das Redaktionsbüro Bulo aus München.

Und du hast das gekauft?

Äääh nein, ich habs kostenlos vom Verlag bekommen. Einfach so. Ganz freiwillig. Genauso freiwillig ist auch dieser Artikel entstanden. Damit auch ihr wisst, was im Falle von „Bock auf geilen Scheiss“ zu erwerben ist.

Buch der Woche: „Den Hof mach ich mir selbst. Aus dem Leben einer Jungbäuerin“ von Isabell Aue

Wenn man krank zuhause ist, hat man ja sowieso viel Zeit zum Nachdenken… wenn dann noch eine berufliche  Änderung ansteht braucht man diese Zeit auch-selbst wenn man dann zur Feststellung kommt, das ein eigener Ziegenhof wohl doch eher unrealistisch ist.  Manche Leute haben diese Sorgen allerdings nicht, für die ist schon immer klar gewesen, womit sie ihr Leben ausfüllen wollen.

Eine dieser Personen ist Isabell Aue, eine Jungbäuerin aus dem Wendland. Aber auch das geht leider nicht immer ohne Sorgen und Schwierigkeiten, wie sie in ihrem Buch „Den Hof mach ich mir selbst. Aus dem Leben einer Jungbäuerin“ schildert.

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Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof als „Papa-Kind“, spielte sie schon als Kind lieber mit Traktoren als mit Puppen. Als ihr Vater den Hof aus gesundheitlichen Gründen nicht weiterführen kann, ist ihr schnell klar, das sie ihn übernimmt. Um auf alle Hindernisse und Schwierigkeiten vorbereitet zu sein, studiert sie Landwirtschaft und beendet ihr Studium als Jahrgangsbeste. Im Alltag hat sie dann mit vielfältigen Problemen zu kämpfen: Landwirtschaft ist auch heutzutage noch eine Männerdomäne und neben Kenntnissen über Tiere, Natur, Bodenbeschaffenheit braucht die auch noch ein umfangreiches betriebswirtschaftliches Wissen. Auch auf ihr Liebesleben hat der Hof Einfluß: sie ist verheiratet und hat eine kleine Tochter- allerdings hat auch ihr Mann den elterlichen Hof übernommen und lebt 200 Kilometer von ihr entfernt.

Trotz all dieser Herausforderungen ist aber eins ganz deutlich: Isabell hat nicht den Beruf der Bäuerin, sie ist Bäuerin aus Berufung. Hohe Literatur darf bei diesem Buch nicht erwartet werden, es ist jedoch sehr unterhaltsam geschrieben und zeigt Isabells Liebe zur Landwirtschaft deutlich. Wer nur „heile Welt“ erwartet, wird allerdings enttäuscht werden: alle Aspekte von Landwirtschaft werden erläutert, also auch der Handeln mit und das Schlachten von Tieren. Leseempfehlung: für alle, die mal einen realistischen Einblick in die Landwirtschaft heutzutage bekommen wollen, abseits von Klischee-Sendungen im Privatfernsehen.

Noch nicht überzeugt: hier gibt es eine Leseprobe.

Das Buch ist sowohl online als auch im lokalen Buchhandel für 8,99€ erhältlich, ich bekam es als Rezensionsexemplar kostenlos vom Heyne-Verlag. Vielen Dank dafür!

Buch der Woche: Der kleine Löwe und seine Freunde

Schöne Kinderbücher gibt es viele, schöne Kinderbücher mit Bezug zu Leipzig und Sachsen schon erheblich weniger. Im Verlag des Behindertenverbandes Leipzig sind zwei Bücher von Marlies Große erschienen, die auf den ersten Blick Reiseführer für Kinder sind: „Der kleine Löwe und seine Freunde“, welches in Leipzig spielt, und „Der kleine Löwe und seine Freunde entdecken Sachsen“*.

Leon, so heißt der kleine Löwe, hat viele Freunde. Mit ihnen ist er in Leipzig und Sachsen an Orten unterwegs, die für Kinder interessant sind. So weit so gut- Leon allerdings sitzt im Rollstuhl und auch seine Freunde haben alle eine Behinderung. Sein Freund der Maulwurf ist blind, das kleine Hasenmädchen gehörlos und der Schildkrötenjunge ist lernbehindert. Trotz dieser Unterschiede sinde sind sie allerdings gute Freunde und unternehmen gemeinsam Ausflüge. Die wollen allerdings gut geplant sein! Einfach mal schnell in den Wildpark fahren? Geht nur mit guter Vorbereitung!

Kinder bekommen in diesen hübsch illustrierten Büchern nicht nur Ausflugstipps für Leipzig und Sachsen, sondern auch einen Einblick in verschiedene Arten von Behinderungen und den Umgang damit. Auf anschauliche Art wird erklärt, wie wichtig Barrierefreiheit ist und wie sie sich konkret im Stadtbild äußert: z.B. durch Rampen, Stockrillen im Boden, Informationen in leichter Sprache oder der Bereitstellung von Gebärdensprachdolmetschern bei Veranstaltungen. Vorgestellt werden Orte, die einfach zu Leipzig dazugehören und die jeder mal besucht haben sollte, wie das Völkerschlachtdenkmal oder den Zoo. Als die Freunde in Sachsen unterwegs sind, müssen sie sich noch ganz anderen Herausforderungen stellen, der Anreise mit dem Zug oder einer Schifffahrt zum Beispiel. Dabei werden Mobilitätsangebote erläutert, aber auch Schwierigkeiten erwähnt.
Wenn ich Kinder hätte, wären diese tollen Bücher heute ihr Geschenk zum Kindertag gewersen!

*kostenlose Rezensionsexemplare, der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Behindertenverband Leipzig