Ein eigenes Pferd? Kosten und Tipps

Ein dreiviertel Jahr gehört Mount Juliet nun schon zu unserer Familie- und hat unser Leben ziemlich verändert. Tagesablauf, Urlaubsplanung, Finanzen: auf fast alle Bereiche unseres Lebens hat er Einfluss.

Das Wichtigste sind natürlich erstmal die Kosten…ja, ein Pferd ist definitiv ein preisintensives Hobby! Die hier angebenen Zahlen sind Richtwerte, die für uns in Leipzig gelten! Und natürlich ist Mount Juliet ein reines Freizeitpferd und im Ruhestand, für aktive Sportpferde kommen noch Trainings- und Transportkosten, Startgebühren, Führgelder etc. dazu!

Boxenmiete ca. 410 € im Monat: Mount Juliet wohnt in einem Stall in der Stadt mit sehr guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Ställe etwas ausserhalb sind oft preiswerter. Es ist ein Vollversorger-Stall, d.h. er bekommt dreimal täglich Heu und Kraftfutter, einmal täglich Mineralfutter, seine Box wird täglich gemistet, und er hat täglichen Koppel-bzw. Paddockgang.

Sonderleistungen im Stall ca. 15 € im Monat:  z.B. Decken umziehen, Hufglocken anziehen etc.

Tierseuchenkasse 5,20€ jährlich: eine Anmeldung ist Pflicht, in etlichen Bundesländern ist die Mitgliedschaft jedoch beitragsfrei.

Hufschmied ca. 80 € aller 6 Wochen: … im Idealfall, wir kennen auch Zeiten, da war der Hufschmied aller drei Wochen zu Gast.

Tierarztkosten ca. 100€ pro Monat:  auch wenn diese Summe nicht jeden Monat gebraucht wird, sollte sie eingeplant werden, Notfallbehandlungen- speziell am Wochenende- können schnell teuer werden; Pflicht sollten auf jeden Fall eine jährliche Zahnuntersuchung, regelmäßige Impfungen gegen Tetanus, Herpes und Influenza  und Wurmkuren sein.

Spezialfutter ca. 50€ pro Monat: jedes Pferd freut sich über Äpfel, Möhren oder auch mal eine Banane, Mount Juliet bekommt zusätzlich in der kalten Jahreszeit noch einmal pro Woche Mash und täglich Biotin für seine Hufe.

Versicherung ca. 50€ pro Monat: eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht, ich habe zusätzlich noch eine OP-Versicherung und Unfallversicherung abgeschlossen, die Kosten reduzieren sich, wenn man die Beiträge jährlich statt monatlich bezahlt.

Erstausstattung ca.1500€: ein Pferd wird traditionell nur mit Halfter verkauft- so war es auch bei Mount Juliet! Für Erstausstattung (Trense, Gebisse, Decken, Longierzeug, Bandagen… ) sollten ca.1500€ eingeplant werden, mit einem neuen Sattel steigen diese Kosten natürlich erheblich!

Neuanschaffungen ca.50€ pro Monat: Hufschuhe, Sattelgurt, Fliegenmasken… manche Dinge gehen kaputt oder verloren, dann muss schnell Ersatz her!

Stallapotheke und Pflege ca.50€ pro Monat: Verbandsmaterial und Jodsalbe sollten immer im Schrank vorhanden sein, dazu kommt Hufpflege und im Sommer noch Fliegenspray, auch das Lederzeug braucht regelmäßige Pflege.

 

Tipps:

Sucht einen Stall für euer Pferd, den ihr immer unkompliziert erreichen könnt: da ich kein Auto fahre, war die Nähe zu meiner Wohnung und eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln unbedingt notwendig! Es gibt Notfälle, bei denen ihr schnell im Stall sein und auch mal bis in die Nacht hinein bleiben müsst!

Prüft, was ihr selber leisten könnt: Ställe von Reitvereinen sind oft preiswerter, allerdings kommen dann oft noch Pflichtstalldienste und Arbeitseinsätze  dazu.

Sucht euch Unterstützung: ich bin Pferdeanfängerin und die Entscheidung für ein ehemaliges Rennpferd, direkt von der Rennbahn, war mit Sicherheit alles andere als vernünftig! Ohne unsere Reitbeteiligung, der ich jeden Tag wieder dankbar für ihre Hilfe bin, wäre der Traum vom eigenen Pferd sehr schnell gescheitert!

Der Partner sollte beim „Projekt Pferd“ mitspielen: im letzten halben Jahr war ich gesundheitlich oft nicht auf der Höhe und viele Aufgaben wurden deshalb von Alex übernommen: sei es spazierengehen, Hufpflege, Heunetz füllen…

Achtet auf die Stallgemeinschaft: im Normalfall sind wir jeden Abend im Stall, falls es aber mal nicht so ist, gibt es Leute, die ich darum bitten kann, nach Mount Juliet zu sehen.

 

Fotorechte: Rennstall Scheibenholz