Filmtipp: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen

Mit Literaturverfilmungen ist es ja immer so eine Sache: meist sind sie im Vergleich zum Buch enttäuschend. Wenn aus einem erfolgreichen Buch jedoch eine noch erfolgreichere Serie entsteht, kann das eigentlich nicht mehr übertroffen werden… Der Regisseur Andreas Dresen hat es aber dennoch gewagt und James Krüss` Roman und 1979er Weihnachtsserie des ZDF, „Timm Thaler und das verkaufte Lachen“ neu verfilmt. Entstanden ist dabei ein unbedingt sehenswerter 102- minütiger Film, der ab diesem Donnerstag, dem 02.02.2017, im Kino läuft.

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Worum geht es:

Timms Mutter ist schon lange tot. Zusammen mit seinem Vater lebt er in einer Gasse, in einer ärmlichen Wohnung oberhalb einer Bäckerei, die der Mutter seiner besten Freundin Ida gehört (Kühler Brunnen in der Nähe des Marktplatzes in Halle/Saale). Vater und Sohn träumen vom großen Geld, dass sie auf der Pferderennbahn zu machen hoffen, leider immer ohne Erfolg. Kurz nach erneuten Hochzeit seines Vaters stirbt dieser bei einem Arbeitsunfall und Timm muß nun bei seiner bösen Stiefmutter und dem gemeinen Stiefbruder leben. Auf der Pferderennbahn lernt er den zwielichtigen Baron LeFuet kennen und lässt sich auf sein Angebot ein: „Verkauf mir dein Lachen und du wirst nie wieder eine Wette verlieren…“

Ein Film der Halle als Hauptdrehort hat? Der muß mir ja schon gefallen! Und dann auch noch auf der Pferderennbahn (laut Infos Hoppegarten und Halle, dem Aussehen nach aber auch Leipzig) spielt? Noch besser! Der Film ist bis in die kleinsten Nebenrollen (Harald Schmidt als Rennbahnsprecher) hochgradig besetzt, besonders Arved Friese als Timm Thaler und Charly Hübner als Kreschimir sind richtige Glücksgriffe. Auch Thomas Ohrner, der Timm Thaler von 1979, ist in einer kurzen Szene zu sehen. Der Roman von James Krüss spielt in den 20er Jahren, und auch die Verfilmung ist an diese Zeit angelehnt, trotzdem enthält er viele Bezüge zur heutigen Zeit. Besonders lustig sind die kleinen, regelmäßigen Fantasy- Elemente, wenn Baron Lefuet seine (nicht immer hilfreichen) Dämonen Behemoth und Belial (Axel Prahl und Andreas Schmidt) in Ratten verwandelt. Natürlich ist „Timm Thaler und das verkaufte Lachen“ in erster Linie ein Kinderfilm, bietet aber dank seiner liebevollen und fantasiereichen Umsetzung spannende Unterhaltung für die ganze Familie! Von der Deutschen Film- und Medienbewertung wurde der Film auch mit dem Prädikat besonders wertvoll ausgezeichnet.

Und endlich wird auch mal eine Frage beantwortet, die doch jeden interessiert: warum gibt es an Hotelrezeptionen so oft eine Schale mit Äpfeln? Na ganz einfach, falls sich mal spontan ein Pferd an die Rezeption setzt!

Transparenzhinweis: Alex und ich haben den Film kostenfrei im Rahmen einer Preview gesehen.

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