Ruhrpottliebe

Seit Alex vor ein paar Jahren einige Zeit in Duisburg gearbeitet hat, hab ich mich ja schon so ein bißchen ins Ruhrgebiet verliebt. Auf den ersten Blick ziemlich grau und verfallen, wenn man aber genauer hinsieht, verbirgt sich dort viel Natur und Kultur, z.B. im jährlich stattfindenden Festival „Ruhrtriennale“. Zu unseren Duiburger Zeiten konnte ich schon dafür Karten ergattern, in den Jahren danach hatten wir leider nie Zeit für einen Besuch, bei 400 km Anreiseweg wollten wir dann schon ein Wochenende im Ruhrgebiet Zeit haben. Als ich dieses Jahr allerdings eine Presseakkreditierung bekam und mir daraufhin Tickets aussuchen durfte, war schnell klar: Ruhrgebiet wir kommen! Den genauen Zielort bestimmte der Spielplan: meine Wahl fiel auf Alain Platels Inszenierung „nicht schlafen“ mit der Musik Gustav Mahlers, und dieses Tanztheaterstück wurde nunmal in der Bochumer Jahrhunderthalle gezeigt.

Pläne für das Wochenende hatten wir viele: wir wollten nach Duisburg und Düsseldorf und in Bochum in den Tierpark, unser einziger Spaziergang am Sonnabend führte uns aber leider nur in die nahegelegene Apotheke. Beim Rückweg zum Hotel, der uns durch den schönen Stadtpark führte, kamen wir aber zumindest noch am Bismarckturm vorbei und die Störche des Tierparks stellten sich für ein Foto bereit.

Unser Hauptprogrammpunkt führte uns dann zur Jahrhunderthalle in Bochum, die mich sehr  an den Landschaftspark Nord in Duisburg erinnerte, bei beiden handelt es um ehemalige Industriegebäude.

Inszenierungen von Alain Platel hatte ich in Leipzig bei der Euroscene gesehen, da ich von denen beeindruckt war hatte ich mich für eine Inszenierung entschieden. „Nicht schlafen“ sollte  die Zeit in Europa um den 1. Weltkrieg herum zeigen- erfuhr ich aus der Einführung in das Stück vor der Veranstaltung. Erkannt hätte ich es nicht. Die Bewegungen haben für mich oft nicht zur Musik gepasst, durch zu viele Wiederholungen hat sich die Inszenierung auch sehr in die Länge gezogen. Das Bühnenbild bestand aus mehreren toten (nachgebildeten) Pferden, natürlich eine interessante Idee, auf die aber viel zu selten eingenagen wurde. Für mich war es die erste bewußte Begegnung mit der Musik von Mahler, die hat mir auch am Besten vom Abend gefallen.

Zum Abendessen zog es uns dann ins österreichische Restaurant „Franz Ferdinand“. Auswärtsschnitzel mal im Ruhrgebiet? Die Location hätten wir schon!

Die Rückfahrt am Sonntag führte uns natürlich noch bei unseren Ziegen vorbei, und schnell war ein schönes Wochenende vorbei.

Vielen Dank an die Ruhrtriennale für die Einladung!