Zu Besuch in der Mattheuer- Stiftung

Wer durch Leipzigs Innenstadt läuft, dem fällt, direkt vor dem Zeitgeschichtlichen Forum, eine eindrucksvolle Bronzeplastik auf: ein Mann mit viel zu kleinem Kopf, eine Hand zur Faust geballt, den anderen Arm zum Hitlergruß ausgestreckt, einen großen Schritt machend. Geschaffen wurde diese Plastik, genannt der „Jahrhundertschritt“ von Wolfgang Mattheuer, einem Künstler, der viele Jahre in Leipzig lebte und arbeitete. Seine Atelier- und Wohnräume (und die seiner Frau, der Malerin Ursula Mattheuer-Neustädt) befanden sich dabei unweit der Leipziger Innenstadt, in der Hauptmannstraße 01.

Seit 2010 haben in diesem Haus die Räume der 2006 gegründeten Ursula Mattheuer-Neustädt und Wolfgang Mattheuer- Stiftung ihren Platz gefunden. Aus dem umfangreichen Stiftungsbestand, der inzwischen weit über 30 Gemälde, 50 Zeichnungen und auch mehrere Bronzeplastiken von Wolfgang Mattheuer und über 100 SWerke von Ursula Mattheuer-Neustädt beinhaltet, sind in den Ausstellungsräumen der Stiftung etliche Werke zu sehen.

Den Sonnabend habe ich nun dafür genutzt, mir die Ausstellung mal anzusehen. Was mich dabei erwartete, war mir überhaupt nicht klar… von Mattheuer hatte ich bewußt bisher nur den „Jahrhundertschritt“ und das bekannte Bild „Die Ausgezeichnete“ bewußt wahrgenommen. Meine dadurch reichlichen Fragen wurden aber sehr nett und ausführlich beantwortet!

Von der Vielfältigkeit des Werkes der beiden Künstler war ich dann sehr überrascht. Landschaftsbilder, Potraits, Illustrationen zu Theaterstücken in unterschiedlichen Techniken- alles ist vorhanden. Mein Lieblingsbild der Ausstellung dabei: „Am Kanal“ von Wolfgang Mattheuer, entstanden 1962- Erinnerungen an Badeausflüge in meiner Kindheit an den Günthersdorfer Kanal wurden dabei wach.

Der Besuch der Stiftung ist nur per Voranmeldung via Email ( stiftung.umn-wm@t-online.de ) oder telefonisch ( 0341-2307395 ) bei freiem Eintritt möglich, das klappt aber sehr unkompliziert und schnell!