Neu in Leipzig: Das N’Ostalgiemuseum

Seit Sonnabend ist Leipzig um ein Museum reicher: in Steibs Hof in der Nikolaistraße (der Hofeingang neben Pylones), in den ehemaligen Räumen der Leipziger Kunstgalerie, eröffnete am Sonnabend um 14 Uhr das N’Ostalgiemuseum. Ehemals in Brandenburg an der Havel beheimatet, zog die Besitzerin mitsamt des Museums aus privaten Gründen nach Leipzig. Gegründet wurde es 1999 von ihrem Großvater und zeigt nun in Leipzig auf 300 Quadratmetern seine Exponate.

Wer mich kennt oder zumindest diesen Blog regelmäßig liest weiß, dass DDR-Geschichte durchaus zu meinen Interessen gehört, ein Besuch im Museum am Eröffnungstag also ein Pflichttermin ist.

Der Eintrittspreis: 6,50€ für Vollzahler— für Leipziger Museumsverhältnisse und das doch relativ kleine Museum meines Erachtens sehr viel. Leider war keine Information mit den Eintrittspreisen ausgehängt, auch einen Infoflyer gab es nicht, so kann ich nichts über mögliche Ermäßigungen etc. schreiben. Laut Kassierer soll es wohl mal Kinderermäßigungen geben, genaue Preise konnte er mir aber nicht sagen.

Das Museum: laut Homepage stellt dieses Museum Alltagskultur dar- davon habe ich leider nichts gemerkt. Die Exponate- 30000 auf 300 Quadratmetern, also sehr viele- sind nach Objektgruppen angeordnet, also Spielzeug, Lebensmittel, Kameras etc. Dabei gibt es keine Unteranordnungen, z.B. nach Design (in Zeiten von Papierkappheit z.B. wurde auf normale Produktetiketten verzichtet und es gab Behelfsetiketten) oder nach Entsetehungsgeschichte des Produktes. Eine Anordnung im wirklichen Alltag, z.B. in nachgestellten Wohnräumen gibt es nur in einem Fall.

Auf Erklärungen an den Objekten wird komplett verzichtet- bei dieser Menge auch nicht anders zu handhaben. Auch als Audioguide oder Handzettel zum Mitnehmen gab es keine Infos. Mir allerdings fehlten sie. Ein kritischer Umgang mit DDR-Geschichte, die auch Einfluss auf die Objekte hatte z.B. waren viele der dargestellten Lebensmittel bis 1958 nur mit Lebensmittelmarken erhältlich, oder Relationen wie Einkommen und Preise fehlen demnach auch.

Fazit: in anderen Leipziger Museen, die sich mit der DDR beschäftigen, bin ich Stammgast- nicht nur bei Sonderveranstaltungen, sondern auch, um nur durch die Ausstellungen zu bummeln und etwas Neues zu entdecken. Leider hat dieses Museum das nicht bei mir bewirkt,weder eine Wissensvermittlung noch positive Erinnerungen an meine Kindheit. Wer allerdings einfach nur Objekte ansehen will, der wird sich sicherlich dort gut aufgehoben fühlen.
Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.

2 Kommentare zu “Neu in Leipzig: Das N’Ostalgiemuseum

  1. Hallo Juliane,

    ich hatte schon bevor ich den Artikel gelesen habe den Eindruck, hier fehlt etwas.
    Den Eindruck vermittelte mir das Bild, bzw beide Bilder. Es ist für mich eine Sammlung diverser alter DDR Reliquien. Mit einem Museum wo man den Alltag, die Verwendung oder den Zusammenhang zur Geschichte hinter den einzelnen Exponaten erkennen kann fehlt.

    Das geht leider auch aus deinem Text hervor. Am Ende ist es wohl nur eine Sammlung von allerlei alten Sachen aus der DDR ohne Story und ohne Hintergrundwissen.

    Dazu kann man auch in die Gaststätte Kollektiv lecker essen gehen. Auch dort finden sich diverse Produkte aus dem DDR-Alltag. Allerdings muss man dann dort keinen Eintritt zahlen.

    Seid bereit, immer bereit!

    Daniel 🙂

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