Warhol im Doppelpack

Seit wann ich eigentlich Fan von Andy Warhol bin, weiß ich gar nicht, auch nicht mehr, ob ich zuerst die Kunst von ihm kannte oder erst durch das Velvet Underground- Plattencover mit der Banane  (zu sehen im Leipziger Grassi- Museum) auf ihn aufmerksam geworden bin. Inzwischen versuche ich aber, soviele Ausstellungen wie möglich mit seinen Werken zu sehen. Wenn diese in Leipzig und Umgebung stattfinden: umso besser! Momentan gibt es in Sachsen zwei sehr unterschiedliche Ausstellungen:

in der Leipziger „Galerie für Zeitgenössische Kunst“ gibt es einige der Screen Tests zu sehen.

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Dabei handelt es sich um ca. 4 Minuten lange Filme, die alle gleich aufgebaut sind: der Protagonist sitzt auf einem Stuhl vor einer Leinwand und wird mit unbewegter Kamera gefilmt – für Leute wie mich, die es schon nicht mögen, fotografiert zu werden, eine Horrorvorstellung! . Ja, das hört sich insgesamt erstmal unspektakulär an, die Faszination entsteht jedoch durch die unterschiedlichen Reaktionen der Darsteller: manche zeigen keinerlei Reaktion, manche rauchen, weinen oder verlassen die Szene. Die Leipziger Ausstellung zeigt, aufgebaut in Form eines Labyrinths, insgesamt 25 Screentests an 12 Stationen. Dabei sind u.a. die Filme von Lou Reed (Nr.9), Marcel Duchamp (Nr.5) und Ingrid Superstar (Nr.3). Die Ausstellung ist noch bis zum 11.09.2016 zu sehen, jeden Mittwoch ist der Eintritt frei.

Chemnitz ist ja für Kunstinteressierte sowieso immer eine gute Adresse. Unter dem Titel „Portraits. Self Portaits. Faces.“ zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz eine Ausstellungskombination verschiedener Künstler. Schwerpunkt dabei liegt auf Pastellen von Bob Dylan, die 2012 entstanden sind und Druckgrafiken von Max Beckmann.

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Andy Warhol ist in der Ausstellung ein Raum gewidmet, in dem Siebdruckportraits z.B. von Lenin und Beuys zu sehen sind. Die Ausstellung, die noch bis zum 31.07.2016 zu sehen ist, vereint dabei insgesamt sehr unterschiedliche Werke verschiedener Kunstformen, z.B. auch Lithografien und Fotos. Also: Chemnitz ist besser als sein Ruf und zumindest die Kunstsammlungen definitiv eine Reise wert!