„Herbert“ Deutschlandpremiere im Passage-Kino Leipzig

Das ich mich auf einen Film freue, noch bevor überhaupt die Dreharbeiten abgeschlossen sind und es den ersten Trailer gibt, ist eher sehr selten. Auf „Herbert“ habe ich allerdings gewartet, seit ich vor fast zwei Jahren die Dreharbeiten in der Nähe unserer Wohnung gesehen und daraufhin eine Pressemitteilung über den geplanten Film gelesen habe. Als ich dann eine Einladung für die Deutschland- Premiere am 08.03. 2016 19.30 Uhr im Leipziger Passage-Kino in den Mails hatte, war meine Freude natürlich riesig. Hauptrolle Peter Kurth, Drehbuchmitarbeit Clemens Meyer– das kann doch nur gut werden! Aber worum geht es eigentlich?

„An erster Stelle stand immer der Sport – vor der Familie, vor allem anderen. Heute arbeitet der ehemalige Boxer Herbert (Peter Kurth) als Geldeintreiber und trainiert nebenher seinen Schützling Eddy (Edin Hasanovic). Zunächst überspielt er seine immer größer werdenden körperlichen Schwächen bis seine Muskelzuckungen einfach nicht mehr zu übersehen sind. Im Krankenhaus erhält er die Diagnose ALS, eine Muskelkrankheit. Herbert wird nicht nur sterben, sondern auch zusehen müssen, wie sein Körper, den er immer kontrollierte und der ihm stets gehorchte, langsam verfällt. Erst jetzt wird ihm klar, was am Ende wirklich zählt: Mit letzter Kraft und liebevoller Unterstützung seiner Freundin Marlene (Lina Wendel) setzt er alles daran, mit seiner Tochter Sandra (Lena Lauzemis), mit der er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, ins Reine zu kommen.“ (Pressemitteilung MDR)

Eine Besonderheit dabei ist auch, das dieser Film komplett chronologisch gedreht wurde: Hauptdarsteller Peter Kurth nahm vor den Dreharbeiten 15 Kilo an Muskelmasse zu, die er während der Arbeit am Film, analog zu Herberts körperlichen Abbau, wieder verlor. Während beim Herbert zu Beginn des Films nur kleinere Muskelzuckungen und Krämpfe zu sehen sind, verliert er am Ende sogar noch seine Stimme. Kommunikation zu seiner Freundin Marlene, die zu ihm hält, egal wie schlecht er sie früher behandelt hat, ist nur noch mit den Augen und Lippenbewegungen möglich.

Dabei wechselt der Film zwischen durchaus gewalttätigen Szenen, wenn Herbert verprügelt und später verprügelt wird und sehr poetischen Bildern, wenn er sein Aquarium mit seinen Fischen über lange Zeit betrachtet. Obwohl Herbert am Ende stirbt, war es für mich nicht traurig, sondern eher ein „er hat es endlich geschafft“…

Es ist für mich kein typischer Box- oder Sportfilm, sondern ein Film über Familie, Freundschaft und Verlust, den ich unbedingt weiterempfehle! Als Erinnerung an diesen schönen Abend bekamen noch alle Gäste ein signiertes Filmplakat, das bei mir einen Ehrenplatz erhalten wird.
Kinostart ist am Donnerstag, 17.03.2016 .

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