„Die Wegwerfkuh“ von Tanja Busse

Wenn die 18-jährige Juliane gefragt worden wäre, wofür sie sich interessiert, wenn sie doppelt so alt ist, wären ihr Tiere und Landwirtschaft ganz sicher nicht in den Sinn gekommen. Nun hab ich eine Patenziege, war mit einem Esel wandern und hab auch einen Ökohof besucht. Das es allerdings nicht allen Kühen so gut geht wie denen in Crussow, beschreibt die auf einem Bauernhof aufgewachsene Tanja Busse in ihrem Buch „Die Wegwerfkuh“.

Wegwerfkuh In diesem Buch beschreibt sie sehr ausgewogen die schlechten zustände bei einer Inteintensiven Tierhaltung. Anhand von Beispielen und auch Erläuterungen zur Gesetzeslage läßt sie den Leser in die unbekannte seite der landwirtschaft blicken: Wie geht es den Landwirten dabei, die oft keine Alternative haben, weil sie um ihre Kredite bedienen zu können unter Mindestlohn arbeiten und nicht nur die Tiere, sondern auch sich selber ausbeuten, ganz nach Vorgaben der großen Konzerne, die sie beliefern und ihre ‚Endprodukte‘ abnehmen. Eigene Entscheidungen sind dabei kaum noch möglich. Kleine Nebenerwerbslandwirte finden sich kaum noch. Ein Schwerpunkt des Buches liegt dabei auf der Lebensgeschichte eines kleinen männlichen Kälbchens, welches in der modernen Landwirtschaft leider nur ein nutzloser Bruder einer zukünftigen Hochleistungsmilchkuh ist; ein Schicksal, dass es mit durchaus mit männlichen Küken, die nicht als Legehennen zu gebrauchen sind, teilt. Es ist zwar ein Sachbuch, aber trotzdem sehr unterhaltsam und fesselnd geschrieben, so dass ich die 200 Seiten fast komplett auf einmal durchgelesen habe. Ein umfangreicher Quellenanhang bietet die Möglichkeit, Gesetze und Berichte nachzulesen. Das Buch ist sowohl online als auch im lokalen Buchhandel für 16,99€ erhältlich. Wer mal einen Blick ins Buch werfen möchte, kann dafür die Leseprobe nutzen.

Ich danke dem Blessing-Verlag, der mir „Die Wegwerfkuh“ als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte!

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