„Hokuspokus“ und „Häuser Räume Stimmen“- Doppelausstellung im MdbK

Samstagabend, 18 Uhr: im Leipziger Museum der bildenden Künste wird die neue Wechselausstellung eröffnet, die aus zwei Teilen besteht: der Ausstellung „Hokuspokus“ von Via Lewandowsky und der Fotoausstellung „Häuser Räume Stimmen“ von Stefan Koppelkamm. Außer den Räumlichkeiten im Untergeschoß gibt es allerdings keine Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen beiden, eine Gegenüberstellung ist nicht gewollt. Von beiden Ausstellungen war ich leider nicht sonderlich begeistert. IMG_6554 Via Lewandowsky zeigt Installationen, „…die Missverständnisse und Absurditäten im Umfeld von Glauben, Aberglauben, Fetisch, Aura, Wissen und Vernunft untersuchen. Auf höchst hintersinnige, aber auch humorvolle Weise fragt er nach den Bedingungen unserer Wahrnehmung und stiftet Sinn über den Unsinn, löst die Dinge von ihrer eigentlichen Funktion und widmet sie um.“ (Pressemitteilung MdbK) . Konkret handelt es sich dabei z.B. um einen schwankenden Hochsitz, einen gedeckten, aber verbrannten Tisch mit noch erkennbaren Pizzen oder einem beringten Vogel, der von einem blauen Farbklumpen erschlagen wurde. Während der Eröffnungsrede wurden zwar Interpretationsmöglichkeiten angeboten, aber im schwankenden Hochsitz ein Symbol für den Verlust des Berufes Jäger bzw. dessen Aufgehen in der Forstwirtschaft zu sehen fiel mir doch etwas schwer.

Stefan Koppelkamm wiederum zeigt Fotos von ostdeutschen Städten, erstmals kurz nach der Wende aufgenommen, dann dieselben Orte wieder einige Jahre später, gelegentlich unterstützt durch Klanginstallationen und Videos. Das Prinzip ist nicht neu, bei Wolfgang Ettlich zB. in seinem aktuellen Film zu finden. Was durch diese Fotos dargestellt werden sollte ist mir allerdings nicht klar: das sich Hausansichten in +10 Jahren ändern ist bekannt, und gerade ostdeutsche Stadtentwicklung wurde insgesamt gut dokumentiert. Natürlich war es interessant einzelne konkrete Häuser zu sehen, aber insgesamt eben auch nichts wirklich Neues. Ich hätte mir dabei als Gegenüberstellung Beispiele von westdeutschen Städten gewünscht, denn auch dort gab es durch veränderte wirtschaftliche Situationen starke Änderungen der Bausubstanz (auch das hat Wolfgang Ettlich am Beispiel von Hof in seinem Film verwendet). Veränderungen durch die Wende sichtbar machen, zusammen mit dem Gefühl von Nähe und Verbundenheit, ist auch Christian Borchert in seinen Wohnzimmerportraits besser gelungen.

Beide Ausstellungen sind noch täglich außer Montag bis zum 29.05.2016 zu sehen, jeweils am 2. Mittwoch im Monat ist eintrittsfreier Tag.

Fotos der Wechselausstellung gibt es hier nicht, da Fotoverbot offenbar bedeutet, das durch das Sicherheitspersonal nur Fotos mit Smartphones zugelassen waren. IMG_6548 Danke fürs kostenlose Sterni!