Hörbarer Stummfilm

Wir haben uns letzten Sonnabend den Stummfilm „South – Shackletons Todesfahrt zum Südpol“ angeschaut.
Heutigen Menschen sind Stummfilme sicher in aller Regel fremd und gelten als antiquiert. Welchen Aufand man aber schon in der Stummfilmzeit betrieb um Filme hörbar zu machen, wissen sicher nur die Wenigsten.
Im Grassimuseum in Leipzig hatten Juliane und ich die Gelegenheit, diesen Stummfilm so vorgeführt zu bekommen wie es diese unterschätzte Kunstform verdient – mit Begleitung auf einer Kinoorgel.
Die Kinoorgel im Leipzig ist das letzte funktionsfähig erhaltene Instrument seiner Art in Deutschland. Die Welte-Orgel wurde im Jahr 1929 für das Palasttheater in Erfurt erbaut und 2006 in Leipzig restauriert aufgebaut. Anders als eine Kirchenorgel kann diese auch Klangeffekte wie Wind und Regen oder auch Klänge anderer Instrumente hervorbringen. Der sogenannte Spieltisch des Organisten befindet sich im Zuschauerraum; das Pfeifenwerk ist für die Zuschauer verborgen hinter der Leinwand aufgebaut. Allen Gästen der Veranstaltung wurde nach dem Film die Gelegenheit gegeben das Pfeifenwerk zu besichtigen.
Vor Filmbeginn bekam das Publikum noch eine kurze Einweisung in die Geschichte von Shackletons Expedition und allgemeine Informationen zur Farbunterlegung des Films.
Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen wurden mit farbigen Folien unterlegt um Stimmungen besser zu verkörpern. Dabei standen zum Beispiel ‚blau‘ für Außen- oder Nachtaufnahmen und ‚gelb‘ für Kerzenschein.
Die Organistin des Abends war Maria Wolfsberger, die sichtlich Spass an der Orgel fand.
Der Eintritt kostete für Erwachsene 10 Euro und hat sich echt gelohnt.

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