„Meine Reise in die DDR- 25 Jahre später“

Eigentlich war ich nach meinem gestrigen Arbeitstag inklusive Aussenterminen ziemlich müde. Da aber der neue Film von Wolfgang Ettlich, einem meiner Lieblingsdokumentarfilmer, im Zeitgeschichtlichen Forum gezeigt wurde, war dann doch nichts mit sehr zeitig schlafen gehen. Zwei Monate nach dem Fall der Mauer, im Januar 1990 reist Wolfgang Ettlich durch die DDR, besucht Städte, die nicht gerade die typischen Touristenziele sind wie z.B. Zschopau, Frankfurt/Oder und Loitz, und lernt dort zufällig Leute kennen, die bereitwillig von ihrem Leben und ihren Hoffnungen erzählen. 25 Jahre fährt er genau dieselbe Strecke ab, versucht, die Orte und Leute von damals wiederzufinden. Der Film ist dabei ein Mix aus aktuellem und damaligen Filmmaterial. Natürlich sind gravierende Unterschiede feststellbar, wobei die aktuellen Aufnahmen schon allein dadurch besser wirken, weil sie nicht wie 1990 im grauen Januar, sondern im Frühling/Sommer aufgenommen wurden.

Einer der ersten Familien, die damals gefilmt wurden, waren die Schützes aus Zschopau. Ihr Weg in die Selbständigkeit mit eigener kleiner Ladenkette und das folgende Scheitern war das Thema von mehreren Filmen, die ich alle gesehen hab. Der letzte Film mit den Schützes entstand 2010, damals haben Alex und ich die Familie auch in der „Runden Ecke“ getroffen. Wie es den Schützes in den letzten 5 Jahren ergangen ist wollte ich deshalb unbedingt wissen: zwar ist das Ehepaar im aktuellen Film noch zu sehen, Jürgen Schütze starb aber leider kurz nach den Dreharbeiten.

Der Film ist am kommenden Sonntag (24.01.2016) um 23.50 Uhr im mdr- Fernsehen zu sehen.

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