Radtour an der Oder

Der Nachteil an neuen Arbeitsstellen ist, dass man nicht gleich problemlos Urlaub nehmen kann. Das trifft diesmal eben auch Juliane. Ich hatte aber meinen kompletten Urlaub für dieses Jahr breits lange im Voraus eingereicht und genehmigt bekommen. Das gab mir die Gelegenheit, drei unverplanten Urlaubstage kurzerhand zu einer Fahrradtour zu nutzen. Der Oder-Neiße-Radweg bot sich dazu fast von selbst an.

Ganz allein wollte ich dann aber doch nicht los. Mein Freundeskreis fiel dafür jedoch aus – entweder durch fehlende Zeit oder durch fehlende Fitness. Also fragte ich kurzer Hand meine Mutter ob sie Zeit und Lust dazu hätte. Ihre Zustimmung hatte eine Bedingung mit vier Schlappohren – die beiden Dackel mussten auch mit.

Also am Dienstag ab mit dem Zug bis nach Schwedt – in der Unterkunft das Gepäck abgestellt und Abends auf den Radweg in Richtung Gartz. Leider ist der Radweg zwischen Friedrichsthal und Gartz zurzeit gesperrt und auf die Umleitung hatten wir keine Lust. Also nur die Strecke Schwedt-Friedrichsthal und zurück – immerhin ca. 30 km und zum Anschwitzen reichts. Unserem Treiben setzte außerdem der Sonnenuntergang ein schönes Ende.

Um 9 Uhr morgens ging es weiter mit dem Radfahren. Das Ziel für diesen Tag hieß Neuhardenberg. Das hieß für uns eine Tagesetape von ca. 80 km. Bei strahlendem Sonnenschein und leichtem Gegenwind gut machbar. Bis auf die wenigen Orte –  wie Hohensaaten, Hohenwutzen und Groß Neuendorf – ist die Gegend fast menschenleer. Also viel Zeit zum gedanklichen Ausspannen und betrachten der wechselnden Flusslandschaft. Ab Groß Neuendorf verließen wir den Oder-Neiße-Radweg und fuhren durch das Oderbruch über Letschin nach Neuhardenberg. Dabei kamen wir an merkwürdigen Turm, einem Eisenbahnmuseeum und der Synagoge von Neuhardenberg vorbei.

In Neuhardenberg bezogen wir unsere Unterkunft und fanden im Anschluss noch die Zeit, das berühmte Schloss in Augenschein zu nehmen. Den Abend nutzen wir dann zum Einkaufen und zur Regeneration.

Der Donnerstag ließ sich ähnlich gut an wie die vorangegangenen Tage. Heißt: nach dem guten Frühstück in der Unterkunft schnell Räder bepacken, Hunde schnappen, Hausziegenbock fotografieren und ab Richtung Seelow.

Im zweiten Weltkrieg war dieses Gebiet stark umkämpft, daher sind am Wegesrad einige Gedenktafeln, Denkmäler und Kriegsgräber. Ich nahm mir die Zeit um eines genauer zu betrachten.

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Nach einigem auf und ab über sandige Wege, kamen wir am frühen Nachmittag nach Frankfurt. Natürlich meine ich jetzt das an der Oder. Von dort war es dann nur noch ein „kurzes“ Stück (aber auf tollen Radwegen) bis nach Eisenhüttenstadt. Unser Quartier bezogen wir in der kleinen netten Gemeinde Lawitz.

Von dort ging es dann am nächsten Morgen – nach einem sehr üppigen Frühstück – mit dem Zug über Cottbus zurück nach Leipzig.