Hitze – welche Hitze?

Wie bereits erwähnt, bin ich in diesem Jahr fast jeden Sonnabend auf dem Flugplatz und so eben auch bei diesen Rekordtemperaturen im Freien. Mit dem Zug ging es nach Petersroda und ab da mit dem Fahrrad die wenigen Kilometerchen bis nach Renneritz. Dort ging es mit dem normalen Vorbereitungen für einen Flugtag und dem eindringlichen Hinweisen des Flugleiters zu Temperaturen und Wassermitnahme weiter. Für meinen Teil fühlte ich mich mit einer 1,5 Liter Wasserflasche gut gerüstet.

Allerdings war dieser Vorrat schon kurz vor nach der Einweisung meines Fluglehrers aufgebraucht. Nach einem kurzen Flug verspürte ich so einen starken Durst, dass ich auf meine nächsten Flüge verzichtete und mich lieber um Wassernachschub bemühte. Es ging offenbar auch den meisten anderen Beteiligten so. Daher wurde ein vorzeitiges Ende des Segelflugbetriebs beschlossen. Nach dem Auf- und Einräumen der Gerätschaften und dem Plündern des Getränkeautomaten ging es für mich retour nach Petersroda. Dort wartete ich max. 30 min auf die Regionalbahn nach Leipzig und fuhr fahrplanmäßig von Petersroda ab.

Ein (kleine?) technische Störung veranlasste unseren Lokführer, den Zug auf freier Strecke vor dem Bahnhof Rackwitz zu stoppen. Nach einer gefühlten  Ewigkeit (mind. 25 Min.) ohne irgendwelche weiteren Durchsagen war es in dem unklimatisierten Zug schon zu hitzigen Bemerkungen der Fahrgäste gekommen. Als der nach uns fahrende Regional-Express auf dem Parallelgleis auf Höhe unseres Zuges hielt, hatten die meisten schon die Idee: Der kann uns doch mitnehmen! Allerdings hatte diese Idee offenbar schon jemand anderes und so wurden wir relativ schnell und geordnet zum Umsteigen geleitet. Natürlich gibt es beim „Umsteigen“ auf freier Strecke die üblichen Probleme (hohe Stufen, wenig Trittfestigkeit auf dem Schotter und Umladen von Gepäck inkl. Fahrräder). Der neue Zug war sogar klimatisiert und so ging es dann endlich weiter nach Leipzig.

In Leipzig machte ich einen kleinen Abstecher zum Softeisladen und traf dann Juliane in der Wohnung. Eigentlich wollten wir ursprünglich ins Kino gehen, aber irgendwie hatten wir beide nicht so richtig Lust. Aber in unserer gut temperierten Wohnung wollten wir auch nicht verweilen und beschlossen, uns auf den Weg in einen Biergarten zu begeben. Diesmal entschieden wir uns für das Cafe Westen am Lindenauer Markt. Irgendwie hatten wir dieses Lokal völlig zu unrecht aus dem Blick verloren. Wir waren hier vorher das letzte Mal vor einigen Jahren. Aber das Essen ist wirklich lecker und liebevoll zubereitet. Selbst die Preise sind so moderat das ich gerne etwas mehr als das gewöhnliche Trinkgeld gebe.

Zurück in unserer Wohnung half das Durchlüften nicht wirklich dabei, die Temperaturen zu senken. Unsere Nacht verlief daher sehr unruhig.

Am frühen Sonntag besuchten wir das Outback bei noch erträglichen Temperaturen. Dort fütterten wir die Ziegen und trafen den Leiter des Outbacks für einen kurzen Plausch. Es ging dann nach einer Stunde mit Bus und Bahn wieder zurück in die Wohnung zum „Frischmachen“. Bei Juliane hieß das Duschen. Bei mir hieß das kaltes Wasser in die Badewanne und eine halbe Stunde gemütlich drin liegen bleiben.

So frisch gekühlt, besuchten wir – wie vorher geplant – die frisch sanierte Kongresshalle Leipzig. Dort hörten wir uns einen Vortrag zur Architektur der Messebauten in Leipzig an.

Nach dem Ende des Vortrags hatten Juliane und ich unterschiedliche Vorstellungen wie wir mit der Außenhitze am besten umgehen sollten. Julianes Argument, es ist doch viel zu warm für Softeis, konnte ich nicht nachvollziehen. So führte uns unser Weg in die klimatisierten Räume des Hauptbahnhofs. Hier ließ es sich aushalten. Leider musste ich noch einmal in die Wohnung um mein sonntägliches Reisegepäck zu holen. Natürlich ließ es sich Juliane nicht nehmen mich zu begleiten und mich dann auch wieder am Zug zu verabschieden. Ich für meinen Teil muss aber sagen, dass mir die klimatisierte DB-Lounge am Sonntag lieber war als unsere Wohnung …