Harzer Wochenende

Dieses Wochenende stand bei uns der Harz auf dem Programm. Eigentlich hatten wir nur vor, die Ausstellungseröffnung der Grafikstiftung Neo Rauch zu besuchen – aber wie es so ist bleibt ein Termin selten allein.

Juliane hatte daher genialerweise ein Frühstück für zwei in der Pinguinbar organisiert. Dort kann man ein sehr gutes und relativ preisbewusstes Frühstück genießen.

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Mit Mutters Auto ging es dann nach der Stärkung auf Richtung Aschersleben. ABER HALT! Die Ziegen im Outback wollten auch noch besucht und mit leckeren Haferflocken und frischen Möhren verwöhnt werden.

Nun aber ab auf die Autobahn. Wieso ist diese relativ neue A14 eigentlich so häufig nur einspurig-befahrbar? Egal dafür hat die B6 eine Spur mehr!
Am Ortseingang-Aschersleben hatte ich dann noch das Glück den Segelflugbetrieb zu beobachten. Ja, heute habe ich meine Flugschule ausfallen lassen, denn dieser Sonnabend gehört meiner Frau und mir. Achja und den Terminen. Oh es war ja schon 15:15 und 16 Uhr geht’s los.
Aber bei dem kleinen Cafe wird doch mit Currywurst und Kirschkuchen geworben. Nach dem zweiten „Hamwernich!“ fühlte ich mich wie der Ehemann aus der alten Fernsehserie ‚Verliebt in eine Hexe‘. Jedenfalls brach draußen aus dem Nichts eine Windböe los, die die Sonnenschirme arg strapazierte bzw. beschädigte. Auch die Bedienung hatte plötzlich mit einem ramponierten Zahn zu kämpfen. Mein Julianchen wirkte zwar sehr unbeteiligt aber ich bin mir fast sicher, dass ihre Nasenspitze gewackelt hat.
Bei der Ausstellung waren wir pünktlich und hatten nicht nur das Glück, alle Willkommensgrüße und Vorstellung der Ehrengäste mitzuerleben – nein auch Neo Rauch konnten wir zu einer Signierung von Julianes frisch erworbenem Ausstellungkatalog bewegen.

Leider haben wir von der eigentlichen Ausstellung nur wenig gesehen. Zum Einen waren es zu viele Leute, um die Kunstwerk richtig auf sich wirken zu lassen und zum Anderen wollten wir noch vor 18 Uhr in Elbingerode sein um unser Nachtquartier zu beziehen. Die Kartoffelkate ist eine nette kleine Pension. Es gab zwar kleine bauliche Mängel und die Reste eines Wasserschadens zu entdecken aber Preis/Leistung waren echt ok.

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Nach kurzem frischmachen machten wir uns dann schnell auf den Weg zur Baumannshöhle. Dort fand die ‚Nachpremiere‘ des neuen Films von Enno Seifried, „Lost Places- Vergessen im Harz“ statt.
Der Film kann jedem Lostplaces-Fan nur empfohlen werden und behandelt dieses Mal Gebäude im Harz. Nachdem Film stärkten und wärmten wir uns noch schnell am nächsten Grill, bevor wir uns in unserer Unterkunft schlafen legten.

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Am Sonntagmorgen genossen wir das kleine aber feine Frühstück der Pension und ich machte mir Gedanken über die Rückroute. Dabei sprang mich auf der Karte Neustadt im Harz an. Daran hatte ich tolle Kindheitserinnerungen, an denen ich Juliane gerne teilhaben lassen wollte. Besonderes Interesse hatte ich an der Burgruine Hohnstein. Auch wenn Juliane von meinem entstehenden Wanderplan nicht vollends meine Begeisterung teilte, ließ sie sich doch von meiner Schwärmerei überzeugen.
Also wurde dem Navi gesagt wo ich hin wollte und keine Stunde später stand das Auto am Fuß des Burgbergs. Juliane war die jenige die heute auf’s Tempo drückte und so entschieden wir uns für den steilen Weg zur Burg. Allerdings war der Weg in meiner Erinnerung nicht sooo steil.
Nachdem Aufstieg machte ich mich auf die Suche nach den verwunschen Orten meiner Kindheitserinnerungen. Ich hab alles wiedergefunden. Aber leider war das Gefühl von Gefahr und Abenteuer weg. Nun gut ich bin inzwischen erwachsen, doch an der Ruine hat sich auch objektiv viel getan. Mitte der Achtziger war die Ruine von starkem Bewuchs überwuchert. Jetzt sind Mauern vom Bewuchs weitgehend befreit und die akuten Einsturzquellen sind beseitigt. Außerdem ist der Bergfried nun über eine Stahlwendeltreppe begehbar. Hier wurde mit viel Fleiß und Mühe die notwendige Erhaltungsarbeit umgesetzt. Auch die Gastwirtschaft im unteren Burghof wird wieder betrieben. Diese Gaststätte alleine ist den Aufstieg schon wert. Eine liebevoll gestaltete Karte, sehr gelungene Deko und sehr leckeres Essen erwarten dort die Gäste.


Die weitere Rückfahrt über die A38 verlief relativ ereignislos da sich Juliane nicht von der Idee eines Besuchs des Kyffhäuserdenkmals begeistern ließ.
Schade, vielleicht an einem anderen Wochenende…