Mobilmachung- vom Leben mit Rollator

Wenn ich mich als Fan eines Fotografen bezeichne, dann von Jochen Ehmke. Der 1936 in Chemnitz geborene Künstler hatte zu meiner Studienzeit auch Lehraufträge an der Hochschule Merseburg inne. Im Stadtmuseum Halle gibt es nun eine neue Ausstellung von ihm- schon seit dem 10.05.! Da wurde es doch am Sonnabend nun wirklich Zeit für mich, mir diese anzusehen. In Zusammenarbeit mit Norbert Kaltwaßer, ebenfalls Fotograf und Maria Nühlen, Professorin für Fotografie an der Hochschule (Ausstellungstexte) entstand eine Ausstellung zum Thema „Mobilmachung- vom Leben mit Rollator“.

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Als was der weitläufige Ausstellungsraum in der 4. Etage ansonsten genutzt wird, weiß ich nicht, auf jeden Fall ist er per Fahrstuhl zugänglich, und auch die Hängung macht es Besuchern mit Rollator leicht möglich, die Ausstellung zu besichtigen.

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Gefunden wurden die Protagonisten (nennt man es auch bei Fotos so?) durch spontane Kontakte auf der Straße und durch Anzeigen in lokalen Zeitungen. Zu vielen Fotos werden kleine Geschichten über die Entstehung und aus dem Leben der abgebildeten Personen erzählt. Die Fotos zeigen Rollatornutzer in alltäglichen Situationen, sowohl im häuslichen als auch im öffentlichen Bereich. Andere Bilder wiederum sind Hommagen an bekannte Fotos, wie z.B. an das der Beatles auf dem Zebrastreifen der Abbey Road.

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Insgesamt wird der Rollator nicht als Einschränkung dargestellt, sondern, wie der Ausstellungstitel sagt, als Möglichkeit der Mobilmachung, also Mobilität. Außerdem gibt es, zwar als Nebeneffekt, aber typisch für Jochen Ehmke, Stadtansichten von Halle zu sehen.

Als zweite Ausstellung werden Fotografien von Reisen des ehemaligen Leopoldina– Präsidenten Kurt Mothes gezeigt, Landschaftsaufnahmen aus verschiedenen Teilen Europas der 20er und 30er Jahre.

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Die Kurt Mothes Ausstellung „Aus Neugier auf das Fremde“ ist noch bis zum 21.06.2015 zu sehen, die Jochen Ehmke Ausstellung „Mobilmachung- vom Leben mit Rollator“ bis zum 28.06.2015 .