Dessau Dancers

Alex und ich waren mal wieder im Kino. Angesehen haben wir uns den Film „Dessau Dancers“.

Worum geht es: Die DDR im Jahr 1985. Durch den amerikanischen Film „Beat Street“ entdecken der 18-jährige Frank und seine Freunde Matti und Alex für sich die Faszination des Breakdance. Obwohl sie wissen, dass dieser aus dem „dekadenten“ Westen stammende Trend von den DDR-Machthabern nicht gerne gesehen wird, gründen sie die Gruppe „Break Pioneers“ und stecken all ihre Energie und Leidenschaft in das Einüben immer neuer, spektakulärer Tanzeinlagen. Schließlich wird auch den Parteioberen klar, dass sie die zunehmende Popularität des Breakdance mit Verboten nicht stoppen können. Also versuchen sie, die jugendlichen Tänzer für ihre ideologischen Zwecke einzuspannen: Breakdance wird als „sozialistische Unterhaltungskunst“ anerkannt, die „Break Pioneers“ bekommen einen staatlichen Betreuer und werden zur Vorzeigetruppe aufgebaut. Bald aber merkt Frank, dass man sie zu politischen Marionetten macht, und beginnt zu rebellieren. (Filmportal.de)

Dieser komödiantische Tanzfilm wärmt so ungefähr alle Klischees auf , die bereits in unzähligen Serien und Filmen gezeigt wurden: die Parteifunktionäre sind alte, grauhaarige Männer mit rudimentären bis gar nicht vorhandenen Englischkenntnissen, die DDR- Musik erinnert eher an Lipsi als an Musik für Breakdance und die zugemauerten Straßenzüge dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wichtige Gespräche finden im Kino statt- während der Vorführungen natürlich. Eine Liebesgeschichte gibt es auch: wie sollte es anders sein, die zwei besten Freunde verlieben sich in dasselbe Mädchen, es wird ein „Nichtangriffspakt“ geschlossen, an den sich natürlich keiner hält. Es scheint auch kaum mehr als zwei Drehorte gegeben zu haben: zum Einen das Linden-Theater in Frechen bei Köln, zum Anderen ein Fabrikgebäude, das wohl in Halle steht, von mir aber nicht erkannt wurde.

Alex und ich hatten einen schönen Kinoabend. Die Schauburg am Adler wird immer mehr zu meinem Lieblingskino, und die Tanzszenen des Films sind sehr sehenswert. Er ist sehr unterhaltsam und lustig, historische Wahrheiten sollte man allerdings nicht erwarten.

 

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