Splendid´s am Schauspiel Leipzig

Seit ich letztes Jahr im Sommer das neue Spielzeit des Schauspiel Leipzig bekommen hatte, habe ich mich auf die Premiere von Jean Genets „Splendid´s“ in der Übersetzung von Peter Handke gefreut. Anderen ging es dabei offenbar genauso, denn die Premiere am 18.4.2015 in der Hinterbühne mit geringem Platzangebot war ziemlich schnell ausverkauft. Aber ich hatte Glück und bekam im Januar noch eine Eintrittskarte.Der Inhalt des Stücks ist schnell erzählt: die Verbrecherbande „La Rafale“ hat sich in der siebenten Etage des Nobelhotels „Splendid´s“ verschanzt, zusammen mit einer millionenschweren amerikanischen Erbin als Geisel- die allerdings schon tot ist. Ein zur Bande übergelaufener Polizist ist auch dabei. Ihre Lage ist hoffnungslos, Polizei und Presse haben das Hotel bereits umzingelt. Es bleibt nur noch eine Frage zu klären: wie wird der bereits beschlossene Untergang inszeniert? Die Inszenierung von Claudia Bauer beginnt schon vor dem eigentlichen Beginn: die Darsteller befinden sich bereits beim Eintreten der Zuschauer auf der Bühne, ziehen sich an und werden über Text-/Videoeinspielungen vorgestellt. Dieser Beginn ist auch einer der wenigen Momente, in dem es die Möglichkeit gibt, die Schauspieler direkt und nicht nur als Videoeinspielung zu sehen. Die Bühne besteht aus einem großen, als Hotelzimmer gestalten Kasten mit nur einem kleinen Eingang. Zuschauern, die nicht genau davor sitzen, bleiben bis zu den letzten 20 der insgesamt 100 Minuten eben nur diese Videosequenzen, um dem Stück zu folgen. Fazit: die Inszenierung ist in den ersten 5 und letzten 20 Minuten sehr sehenswert- oder man entscheidet sich gleich für einen Platz in der Mitte.

Es wird diese Spielzeit noch einige Male gezeigt, die Termine gibt es hier!

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