Leipzig-Premiere von „Tod den Hippies…“ Teil 2

Gestern waren Alex und ich von den Passage-Kinos zur Leipzig-Premiere von „Tod den Hippies! Es lebe der Punk!“ eingeladen. Die Veranstaltung gestern 20 Uhr als Premiere zu bezeichnen halte ich für ziemlich gewagt- läuft der Film doch schon seit Donnerstag mit jeweils mehreren Vorstellungen in sogar zwei Leipziger Kinos (auch noch in der Schauburg). Natürlich sind wir aber trotzdem hingegangen. Westdeutsche Provinz Anfang der achtziger Jahre: es regieren die Hippies, in der Schule wird meditiert und über die Startbahn West diskutiert. Robert ist davon allerdings nicht begeistert und zieht vom Internat weg nach Berlin, zu seinem Kumpel Schwarz. Finanzielle Starthilfe von seiner Mutter (Hannelore Hoger als Gisela Elsner) gibt es nicht, also muss ein Job her, der auch schnell gefunden wird- als Fensterputzer in der Peepshow von Schwarz. Sozialhilfe gibts auch noch reichlich, dann Berlin-Zulage. Wenn nicht in der Peepshow gearbeitet wird, verbringt man seine Zeit in der Bar „Risiko“, zusammen mit Blixa Bargeld und Nick Cave.  „Tod den Hippies! Es lebe der Punk!“ ist der dritte Film von Oskar Roehler (die anderen beiden sind „Die Unberührbare“ über das Leben seiner Mutter und „Quellen des Lebens“ über die Familiengeschichte seines Vaters Klaus Roehler), der seine eigenen Lebensgeschichte behandelt. Familienprobleme werden unkonventionell gelöst und eine Liebesgeschichte gibt es natürlich auch. Der Film ist unterhaltsam, stellenweise sehr surreal und ohne ein paar Basiskenntnisse der Achtziger nur schwer nachvollziehbar , z.B. sollte man Rainer Werner Fassbinder und Ronald M. Schernikau schon kennen. Ausscheidungs-Ekel-Szenen sind natürlich auch vorhanden. Fazit: ganz nett wenn man am Kinotag noch einen Film sucht, aber der dritte Film zur eigenen Familiengeschichte ist eben nur alter Wein in neuen Schläuchen.

 

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