Unser Stallproblem- Fragen und Antworten

Mount Juliet- der Medienstar! Nicht nur in den vergangenen zwei Jahren, sondern auch in den letzten Wochen war mein Liebling wieder öfters in der Zeitung und im Radio erwähnt.

Der Anlass diesmal ist allerdings kein schöner: er, wir, haben die Kündigung für den Stallplatz bekommen und müssen spätestens zum 30.11.2018, 10 Uhr, den Stall verlassen haben.

Inzwischen wurde ich oft auf unser Problem angesprochen, deshalb gibt es jetzt alle Infos!

Die Gründe für die Kündigung? Liegen nicht bei uns, wir haben immer pünktlich die Miete bezahlt und auch nicht gegen die Stallordnung verstoßen. Unser Vermieter, der Stallbetreiber hat jedoch vom Hofbesitzer die Kündigung des Pachtvertrages bekommen- und muss die an seine Einsteller weitergeben.

Warum? Wissen wir natürlich nicht in allen Einzelheiten…es gibt Vermutungen, Verdächtigungen usw.

War die Kündigung abzusehen? Jein… es gab immer mal Qualitätsprobleme in der Versorgung und in der Ausstattung, mit einer endgültigen Kündigung hat aber keiner gerechnet!

Wie geht es auf dem Hof weiter? Es gibt Gerüchte… es soll weiter ein Reiterhof bleiben, es wird ein neuer Betreiber gesucht, es gibt eine Interessenliste für Einsteller. Wir warten auf genaue Informationen!

Wie geht es nun für uns weiter? Wir haben inzwischen eine neue Unterkunft gefunden…keine ideale, denn für die langen Spaziergänge von Alex und Mounty fehlt leider das Gelände und Mountys Freunde werden auch nicht dort sein, aber trotzdem die beste für unsere Situation. Sie ist für mich ohne Auto gut zu erreichen, es gibt qualitativ hochwertiges Futter und Einstreu und auch unsere Reitbeteiligungen können Mounty unkompliziert besuchen. Für die schnelle Hilfszusage des Stallbetreibers bin ich sehr dankbar!

Ist die neue Unterkunft als Dauerlösung gedacht? Nein, wir hoffen, dass er so schnell wie möglich nach Gundorf zurückziehen kann oder einen Platz im anderen Stall unserer Wahl bekommt.

Wann wird er umziehen? Es gibt noch keinen festen Termin, natürlich soll er so lange wie möglich in Gundorf bleiben.

Wie wird er den Umzug verkraften? Das ist natürlich noch nicht abzusehen, für ihn im Alltag wird sich aber, ausser der Umgebung, nicht sehr viel ändern: sein Tagesablauf wird gleich bleiben und auch seine Bezugspersonen wird er nicht verlieren. Auf seinen Umzug bereiten wir ihn aber trotzdem schon mit veränderten Trainingsabläufen vor.

12 von 12- August

Der 12. eines Monats dokumentiert in 12 Bildern…

Wir waren am Sonntag auf der Rennbahn Hoppegarten, wo mit Cioccoholic ein Leipziger Sieger gefeiert wurde, Mount Juliet war mit Reiterin und Pferdefreunden auf einer langen Tour im Gelände unterwegs, Abendessen gab es für uns im recht neu eröffneten Augustiner- Brauhaus am Leipziger Marktplatz und  ich hab es abends sogar noch geschafft, ein paar Seiten in meinem „Metro- the painting racehorse“- Buch zu lesen.

15.09.2018: Tag der Gestüte (Werbung)

September: die Galopprennsaison ist in vollem Gang, der Pferdenachwuchs erobert die Bahnen… Zeit, mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen!

Gelegenheit dazu bietet sich am Sonnabend, dem 15.09.2018 beim „Tag der Gestüte“ kostenlos in mehr als 15 Vollblutgestüten, verteilt über ganz Deutschland. Die Gestüte und ihre Pferde werden vorgestellt, dazu gibt es einen Gestütsrundgang und Einblicke in die Aufzucht- und Haltungsbedingungen der Stuten und ihrer Jungtiere. Selbstverständlich werden auch allgemeine Fragen zum Rennsport beantwortet.

In der Nähe von Leipzig befindet sich das Vollblutgestüt Graditz mit seinem bekannten Deckhengst Lucky Lion (ein „Onkel“ von meinem Mount Juliet, sowohl seine Mutter Masako als auch Lucky Lion sind Kinder vom Top- Vererber High Chaparral). Natürlich kann auch dieses Gestüt am 15. September besichtigt werden, es wird jeweils eine Führung um 11 und um 14.30 Uhr angeboten. Auch wenn diese Veranstaltung kostenfrei ist, müssen vorher Tickets reserviert werden. Dies ist bis zum 01.September 2018 für alle teilnehmenden Gestüte auf der Homepage vom „Tag der Gestüte“ möglich.

Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen großartiger Vollblutpferde, einer beeindruckenden Kulisse, Informationen und Unterhaltung, sondern es gibt auch noch ein Geschenk und eine tolle Gewinnchance:

Jeder Besucher erhält eine Freikarte für eine Galopprennveranstaltung und die Chance auf den Hauptgewinn des German-Racing Gewinnspiels, nämlich ein Wochenende für zwei Personen zum Sales&Racing Festival in Baden-Baden vom 19. bis 21. Oktober!

Ein eigenes Pferd? Kosten und Tipps

Ein dreiviertel Jahr gehört Mount Juliet nun schon zu unserer Familie- und hat unser Leben ziemlich verändert. Tagesablauf, Urlaubsplanung, Finanzen: auf fast alle Bereiche unseres Lebens hat er Einfluss.

Das Wichtigste sind natürlich erstmal die Kosten…ja, ein Pferd ist definitiv ein preisintensives Hobby! Die hier angebenen Zahlen sind Richtwerte, die für uns in Leipzig gelten! Und natürlich ist Mount Juliet ein reines Freizeitpferd und im Ruhestand, für aktive Sportpferde kommen noch Trainings- und Transportkosten, Startgebühren, Führgelder etc. dazu!

Boxenmiete ca. 410 € im Monat: Mount Juliet wohnt in einem Stall in der Stadt mit sehr guter Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, Ställe etwas ausserhalb sind oft preiswerter. Es ist ein Vollversorger-Stall, d.h. er bekommt dreimal täglich Heu und Kraftfutter, einmal täglich Mineralfutter, seine Box wird täglich gemistet, und er hat täglichen Koppel-bzw. Paddockgang.

Sonderleistungen im Stall ca. 15 € im Monat:  z.B. Decken umziehen, Hufglocken anziehen etc.

Tierseuchenkasse 5,20€ jährlich: eine Anmeldung ist Pflicht, in etlichen Bundesländern ist die Mitgliedschaft jedoch beitragsfrei.

Hufschmied ca. 80 € aller 6 Wochen: … im Idealfall, wir kennen auch Zeiten, da war der Hufschmied aller drei Wochen zu Gast.

Tierarztkosten ca. 100€ pro Monat:  auch wenn diese Summe nicht jeden Monat gebraucht wird, sollte sie eingeplant werden, Notfallbehandlungen- speziell am Wochenende- können schnell teuer werden; Pflicht sollten auf jeden Fall eine jährliche Zahnuntersuchung, regelmäßige Impfungen gegen Tetanus, Herpes und Influenza  und Wurmkuren sein.

Spezialfutter ca. 50€ pro Monat: jedes Pferd freut sich über Äpfel, Möhren oder auch mal eine Banane, Mount Juliet bekommt zusätzlich in der kalten Jahreszeit noch einmal pro Woche Mash und täglich Biotin für seine Hufe.

Versicherung ca. 50€ pro Monat: eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht, ich habe zusätzlich noch eine OP-Versicherung und Unfallversicherung abgeschlossen, die Kosten reduzieren sich, wenn man die Beiträge jährlich statt monatlich bezahlt.

Erstausstattung ca.1500€: ein Pferd wird traditionell nur mit Halfter verkauft- so war es auch bei Mount Juliet! Für Erstausstattung (Trense, Gebisse, Decken, Longierzeug, Bandagen… ) sollten ca.1500€ eingeplant werden, mit einem neuen Sattel steigen diese Kosten natürlich erheblich!

Neuanschaffungen ca.50€ pro Monat: Hufschuhe, Sattelgurt, Fliegenmasken… manche Dinge gehen kaputt oder verloren, dann muss schnell Ersatz her!

Stallapotheke und Pflege ca.50€ pro Monat: Verbandsmaterial und Jodsalbe sollten immer im Schrank vorhanden sein, dazu kommt Hufpflege und im Sommer noch Fliegenspray, auch das Lederzeug braucht regelmäßige Pflege.

 

Tipps:

Sucht einen Stall für euer Pferd, den ihr immer unkompliziert erreichen könnt: da ich kein Auto fahre, war die Nähe zu meiner Wohnung und eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln unbedingt notwendig! Es gibt Notfälle, bei denen ihr schnell im Stall sein und auch mal bis in die Nacht hinein bleiben müsst!

Prüft, was ihr selber leisten könnt: Ställe von Reitvereinen sind oft preiswerter, allerdings kommen dann oft noch Pflichtstalldienste und Arbeitseinsätze  dazu.

Sucht euch Unterstützung: ich bin Pferdeanfängerin und die Entscheidung für ein ehemaliges Rennpferd, direkt von der Rennbahn, war mit Sicherheit alles andere als vernünftig! Ohne unsere Reitbeteiligung, der ich jeden Tag wieder dankbar für ihre Hilfe bin, wäre der Traum vom eigenen Pferd sehr schnell gescheitert!

Der Partner sollte beim „Projekt Pferd“ mitspielen: im letzten halben Jahr war ich gesundheitlich oft nicht auf der Höhe und viele Aufgaben wurden deshalb von Alex übernommen: sei es spazierengehen, Hufpflege, Heunetz füllen…

Achtet auf die Stallgemeinschaft: im Normalfall sind wir jeden Abend im Stall, falls es aber mal nicht so ist, gibt es Leute, die ich darum bitten kann, nach Mount Juliet zu sehen.

 

Fotorechte: Rennstall Scheibenholz

Kein Bock mehr

„Unser“ kleiner Ziegenbock Rossi hat den Winter nicht überstanden. Altersbedingt vorlor er schon seit dem Herbst die dominante Stellung in der kleinen Ziegenherde. Dem vorösterlichen Kälteeinbruch konnte er nicht mehr viel entgegensetzten. Alle liebevollen Rettungsversuche sind leider endgültig gescheitert.

Wir werden den kleinen afrikanischen Zwergziegenbock sehr vermissen, der uns vor allem durch seine hohe Tonlage beim Mähen und als Vererber aller bisher im ‚Outback‘ geborenen Lämmer in Erinnerung bleiben wird.